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Segelboote brauchen Wind, Segelflugzeuge nicht
Alles, was Segelflugzeuge zum Fliegen brauchen, ist Geschwindigkeit. Diese erreichen sie, indem sie die Erdanziehungskraft nutzen. Klingt komisch, aber es ist wahr: Die senkrechte Fallbewegung wird in eine fast horizontale Vorwärtsbewegung umgelenkt. Segelflugzeuge sind so konstruiert und ausgetrimmt, dass sie in der Luft nicht etwa planlos nach hinten oder seitlich abkippen, sondern sich kontrolliert nach vorne neigen und auf diese Weise Vorwärtsgeschwindigkeit aufnehmen. Die Tragflächen erzeugen dann Auftrieb, was dazu führt, dass das Segelflugzeug nicht vom Himmel fällt, sondern in einer sehr stabilen Fluglage durch die Luft gleitet. Du kannst das mit einem Wasserskiläufer vergleichen: Er muss gegenüber dem Wasser eine bestimmte Geschwindigkeit erreichen, damit er nicht untergeht. Es ist dabei egal, ob er z. B. auf einem Fluss mit oder entgegen der Strömungsrichtung des Wassers fährt; entscheidend ist nur die Geschwindigkeit auf dem Wasser. Dass sich das ganze Wasser gegenüber dem Ufer auch noch bewegt, spielt keine Rolle. Mit dem Wind ist das ganz ähnlich: Für den Auftrieb ist nur die Vorwärtsbewegung des Flugzeuges in der Luft wichtig. Es ist auch hier egal, ob sich die Luft gegenüber dem Erdboden bewegt. Genauso wie man auf einem See, dessen Wasser sich nicht bewegt, trotzdem Wasserski fahren kann, kann man auch in völlig ruhiger Luft Segelfliegen.
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